Tagtäglich bekommen wir Einladungen für Auseinandersetzungen und Streitigkeiten.
An jeder Ecke.
Nicht immer ist es nötig den Mund aufzumachen.
Manchmal ist es weiser durchzuatmen und zu schweigen.
Verständnis füreinander zu haben und sich lediglich den eigenen Anteil an der Situation bewußt zu machen.
Aber es gibt die Situationen, in denen es gut wäre für unsere Werte und Überzeugungen einzutreten,
für eine liebevollere Welt einzutreten und
Stop zu sagen: „Hier ist (m)eine Grenze erreicht“.
Denn manche Missstände oder Unrecht können in unseren Augen und Ohren gerade zu danach schreien benannt und verändert zu werden.
Und zwar nicht leise und heimlich im stillen Kämmerlein,
sondern hörbar laut und deutlich.
Für uns und für alle.
Trauen wir uns in solchen Situationen den Mund aufzumachen?
Wer hat den Mut?
Und wer sich traut, mit welcher Haltung geht man am besten an die Sache ran?
Interessant finde ich die Frage wie wir laut sein können,
klar und deutlich für die Gerechtigkeit einstehen können ohne einen Streit anzuzetteln oder unfair zu werden.
Wie können wir in Frieden mit unseren Mitmenschen leben, besonders denen, die gerade nicht so besonnen unterwegs sind? Die uns ärgern, unfair behandeln, ignorieren etc.
Ist das überhaupt möglich?
Für mich geht es beim Navigieren von Auseinandersetzungen ganz klar um die innere Haltung.
Sie macht den entscheidenden Unterschied.
Denn natürlich können wir immer nur Angebote machen,
den Frieden wieder und wieder suchen,
uns immer wieder selbst reflektieren,
immer wieder neu starten.
Aber letztendlich hat jede/r die freie Wahl.
Und nicht jede/r wird ja zum Frieden sagen.
Und das ist ok.
Auch das gilt es zu halten,
auszuhalten,
sich davon nicht umpusten zu lassen.
Aber meine eigene innere Haltung in Auseinandersetzungen scheint durch alles hindurch,
sie hat das höchste Potential für einen gütlichen Ausgang,
sie kann mich durch herausfordernde Situationen hindurch lotsen,
und sie kann mich über mich hinauswachsen lassen.
Laut, deutlich, klar
ein Stop, eine Grenze aufzeigen, bis hier und nicht weiter.
Laut, deutlich, klar
eine unbequeme Wahrheit ansprechen und für etwas einstehen.
Laut, deutlich, klar
Missstände benennen und für eine lichtvollere Veränderung gehen.
Und zugleich in mir ruhend,
mich selbst reflektierend,
das Gegenüber nicht wertend, sondern mich darin erkennen:
du und ich, wir sind beide hier um eine Erfahrung zu machen,
uns zu erfahren.
du gerade in dieser Rolle,
ich in jener.
(Und ich war schon oft genug in Deiner Rolle.)
Beide sind wir göttlich in unserer Essenz und erfahren uns gerade in Form,
in Licht und Schatten,
um uns zu erkennen.
Ich bete für uns beide,
für Frieden,
für Klarheit,
für Wahrheit.
Eine Haltung, die sagt:
Ich sehe dich,
ich sehe dich in deiner Not,
in deinen Möglichkeiten,
sehe, dass du das tust, was dir gerade möglich ist.
So wie ich auch.
Indem Du der Dunkelheit,
den Fehlbarkeiten Deines Gegenübers liebevoll entgegentrittst,
und sie dadurch umarmst,
umarmst Du im selben Moment Dich selbst in Deiner Dunkelheit,
in Deinen Fehlbarkeiten.
Und es ist Frieden.
Und das ist groß.
Sowohl in der Wirkung als auch in der Umsetzung.
Laut, klar und deutlich ist also nicht das Problem,
Es ist sogar das, was gefordert ist in so manch einer Situation.
Sondern die innere Haltung ist das Problem,
kann das Problem sein,
beziehungsweise ist das Entscheidende.
Nimm solche Situationen als Herausforderung an,
um Dich selbst besser kennenzulernen,
Dich in Frage zu stellen und zu verankern bzw falls nötig neu zu verorten,
zu schauen, was all das mit Dir zu tun hat (denn das hat es :-)
und Dich wieder und wieder in Liebe zu positionieren.
Nicht als Gegner, sondern als Miteinander,
zumindest auf der Seelenebene.
Praktisch kann es anders ausschauen,
aber Deine innere Haltung entscheidet, ob es Liebe ist oder nicht.
Ob es Licht ist oder Manipulation.
Es gibt da ein paar schöne Stolperfallen auf dem Weg.
Ob es eine Begegnung auf Augenhöhe ist oder Überheblichkeit a la „naja, du blickst es halt noch nicht, ich dagegen aber schon, ich bin da schon weiter“.
Ob Hass-und Wutfunken sprühen oder die Liebe siegt, die Verbindung, das Miteinander über allem steht.
Ob ich Verantwortung übernehme für meinen Anteil,
der auch weit, weit zurück liegen kann.
Jegliche Täter-Opfer-Konstrukte dienen uns absolut nicht.
Sie sollten eigentlich schon längst aus der Mode sein,
wären sie bloß nicht so verlockend…
Und ich darf im Prozess immer wieder nachjustieren, fein-justieren,
und die nächste Schicht, die sich zeigen mag aufräumen, abtragen.
Das ist ein spannender und lehrreicher Prozess.
Und ein heilsamer Prozess.
Denn mit jedem Schritt hast Du die Chance lichtvoller zu werden,
mehr Licht zu verkörpern und freier zu werden.
In Liebe für Dich und den/die andere/n.
Und Du hast auch die Chance zu üben, Dein Herz offen zu halten,
wenn es nicht so läuft wie Du es gerne hättest.
Wenn der Missstand nicht behoben wird,
keine Einsicht kommt,
das Miteinander statt Gegeneinander abgelehnt wird.
Du hast die Chance trotz allem die Arme weit auf zu machen und zu atmen und nicht die Verbitterung zu wählen, die Kränkung.
Hast Du eine Idee wie stark sich das anfühlt?
So die Wellen zu surfen ist ein Erlebnis,
Du in und mit Dir,
Herz weit,
in Verbindung
und klar.
Wegducken war gestern,
Konflikten aus Angst aus dem Wege gehen war gestern,
angegriffen laut (oder leise) brüllen war gestern,
beleidigt dem Leben und damit Deiner Lebendigkeit den Rücken zukehren war gestern.
Jetzt ist Zeit für Klarheit
in Liebe.
Und Du kannst immer alles vertrauensvoll an Deine Quelle abgeben.
Egal wie sich das „Spiel“ im Außen zeigt,
Egal wie wild es da gerade aussieht.
Manche Lösungswege lassen sich nicht mit dem Verstand erdenken,
geschweige denn, dass die Lösung auf der Sacheben liegt.
Du darfst vertrauen,
immer,
dass das, was gerade passiert FÜR Dich ist.
Zutiefst FÜR Dich.
Bist Du dabei?
Du darfst Dir dabei auch gerne Unterstützung holen :-)
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